FWG der Verbandsgemeinde Monsheim bezieht Stellung zur Diskussion um den Erlass einer Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsverordnung für Katzen

Der Tierschutzbund schätzt die Zahl freilebender Katzen in Deutschland auf etwa zwei Millionen (Stand November 2017). All diese Tiere sind letztlich Nachkommen von nicht kastrierten Tieren aus Privathaushalten, die sich unkontrolliert vermehren konnten. Haben sie über mehrere Generationen frei gelebt, sind und bleiben die Tiere Menschen gegenüber zeitlebens sehr scheu. Viele sind durch die Folgen von Unterernährung und Infektionskrankheiten chronisch krank und vor allem Jungtiere haben nur geringe Überlebenschancen. Das Leid und Elend verwilderter Katzen ist offensichtlich.

Das Tierheim Worms, dem die VG Monsheim vertraglich angeschlossen ist, hat uns auf Anfrage bestätigt, dass der VG-Verwaltung oder dem Tierheim gemeldete freilebende, herrenlose Katzen eingefangen, tierärztlich versorgt, kastriert, gekennzeichnet und registriert werden. Danach werden sie an der Einfangstelle wieder freigesetzt, damit sie dort weiter betreut werden können. Das Tierheim sucht deshalb auch immer wieder nach Tierfreunden, die bereit sind, sich um diese armen Geschöpfe zu kümmern. Wegen ihrer Menschenscheu ist eine Vermittlung an neue Halter nahezu unmöglich.

Diese mit hohem Personal- und Kostenaufwand verbundenen Aktionen haben aber keinen nachhaltigen Erfolg, wenn Katzenbesitzer ihre Hauskatzen unkastriert freilaufen lassen und damit dazu beitragen, dass sich immer wieder neue Gruppen verwilderter Katzen bilden und bestehende Gruppen weiter anwachsen.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber durch eine Änderung des Tierschutzgesetzes im Jahr 2013 die Bundesländer ermächtigt, mit einer Rechtsverordnung, den unkontrollierten freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen für einen bestimmten Zeitraum zu beschränken oder zu verbieten. In Rheinland-Pfalz wurde diese Berechtigung an die Kommunen übertragen, so dass jede Gemeinde selbst entscheiden kann, ob sie eine solche Kastrationspflicht einführen möchte oder nicht. Nachdem die Stadt Worms für einige Stadtgebiete kürzlich eine Katzenschutz-Verordnung erlassen hat, hat der Haupt- und Finanzausschuss der VG Monsheim in seiner letzten Sitzung darüber beraten, ob der Erlass einer Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsverordnung für Katzen auch für das Gebiet der VG oder einzelner Ortsgemeinden möglich und sinnvoll ist.

Zunächst muss geprüft werden, ob eine hohe Zahl an freilebenden Katzen in den einzelnen Ortsgemeinden überhaupt vorhanden ist. Wem also Gruppen verwilderter Katzen oder einzelne Tiere bekannt sind, sollte das Tierheim Worms, die VG-Verwaltung oder auch gerne FWG-Ratsmitglieder in seiner Gemeinde darüber informieren. Gleichzeitig appellieren wir an alle Katzenhalter, ihre Tiere nur dann frei laufen zu lassen, wenn sie kastriert sind. Damit ein entlaufenes Haustier schnell wiedergefunden wird, ist es zudem sinnvoll, bei diesem Eingriff das Tier durch Einsetzen eines Microchips und/oder durch eine Tätowierung im Ohr gleichzeitig kennzeichnen zu lassen und es anschließend in einem Haustierregister zu registrieren (das ist kostenlos möglich beim Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes www.findefix.com oder beim privaten Verein Tasso e.V.). Wer aufgrund organisatorischer Probleme, z.B. wegen Krankheit oder fehlenden Transportmöglichkeiten, selbst nicht in der Lage ist, sein Tier zum Tierarzt zu bringen, sollte sich ebenfalls mit dem Tierheim Worms in Verbindung setzen.

Wir von der FWG sind der Meinung, dass sich durch Einsicht und guten Willen der Katzenhalter auch ohne die Keule des Ordnungsrechts das Leid und Elend verwilderter Katzen vermeiden lassen sollte. Sollte sich jedoch zeigen, dass es in der Verbandsgemeinde Monsheim herrenlose, verwilderte Katzen gibt, deren Anzahl durch die Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit einzelner Katzenbesitzer zunimmt, wird sich die FWG-Fraktion nachdrücklich für den Erlass einer Katzenschutzverordnung und auch für deren Durchsetzung einsetzen.

   
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